Die Festival-Saison 2008
Kunststücke zwischen Bergen und See

Mozart hatte viele Gesichter. Daher ist es fast ein wenig bedauerlich, dass wir ein ganz bestimmtes nicht mehr sehen können. Nämlich jenes, das er machen würde, hätte er von der Existenz eines Festivals zu seinen Ehren im Inneren Salzkammergut erfahren. Nun wissen wir um die große Vielfalt und Weite seines Geistes - und nehmen daher an, dass ein geschmeicheltes Lächeln sein Antlitz zieren würde. Gründe dies anzunehmen, gibt es tatsächlich viele.

Denn abgesehen davon, dass Mozarts familiäre Wurzeln bis ins Innere Salzkammergut reichen, würde seine Künstlerseele auch vom Dargebotenen positiv überrascht sein. Abseits von den sommerlichen Brennpunkten hochkultureller Zurschaustellung ist zwischen Hallstätter See und Ewiger Wand ein zartes kulturelles Pflänzchen zu einer stattlichen Blume gediehen, die mittlerweile bis weit über die Grenzen der Region hinaus duftet. Auch das Programm 2008 mit all seinen Künstlern wird dem Salzkammergut Mozartfestival einen weiteren Wachstumsschub verleihen.

Schon allein deshalb, weil auch heuer wegen des großen Erfolges bei Publikum und Kritik die Mozartoper Così fan tutte im Mittelpunkt des Festivals stehen wird. Die durchaus werkuntreue Inszenierung von Wolfgang Schilly erntete begeisterte Reaktionen. Sie brillierte mit hervorragenden Solokünstlern, einem wohltuenden disziplinierten Orchester und mit einem innovativen und flexiblen Bühnenraum. Gründe genug also, im Jahr 2008 mit der Wiederaufnahme auch jenes Publikum zu erreichen, das sich im Vorjahr diese einmalige Aufführung hat entgehen lassen.

Rund um diesen absoluten Höhepunkt drängen sich eine Handvoll weitere Veranstaltungen, die zusammen ein absolut hochklassiges Potpourri der Kunst ergeben. Einerseits widmen sich einige Programmpunkte dem 150. Geburtstag von Giacomo Puccini. Andererseits steht heuer darstellende Kunst im Mittelpunkt der kreativen Auseinandersetzung. Neben einem Kabarett mit Gazmend Itaj sowie den "Sündhaften Köstlichkeiten" mit Poesie und Chanson von Arthur Schmidtner und DelGusto zeigt das Salzkammergut Mozartfestival auch "Nosferatu – eine Symphonie des Grauen". Und damit einen der ersten Stummfilme der Filmgeschichte mit Livemusik.

Auch mit dem heurigen Programm verfolgt das Salzkammergut Mozartfestival seine ganz spezielle, programmatische Richtung weiter, die ihm unter den zahlreichen Sommerfestivals und Festspielen eine unverwechselbare Identität sichert. Erwarten Sie also nicht das Erwartbare, sondern ein Festival der kulturellen Vielfalt und Abwechslung. - Gute Unterhaltung! Cosi fan tutte
Sa. 17.05.2008
18:08
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