Veranstaltungsdetails
Livemusik zu F. W. Murnaus
"Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens"

Stummfilmklassiker aus dem Jahre 1922

Samstag, 23. August 2008 20.00 Uhr
Kultur- und Kongresshaus, Hallstatt


Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch: Henrik Galeen
Musik: Hans Erdmann
Rekonstruktion der Partitur: Peter WesenAuer
Orchester: Sinfonietta da Camera Salzburg

Das Gruseln

Schatten huschen in finsterer Nacht über die Hallstätter Seepromenade. Eine Eule ächzt heiser in der Ferne. Seewasser bäumt sich zu Wellen auf, die wütend gegen die Bewehrung schlagen. Eine Katze maunzt mit der verzweifelten Stimme eines erstickenden Mädchens. Angst! In der Halbdistanz jedoch, eine erhellte Zuflucht, das Kultur- und Kongresshaus, die Rettung? Sorry! - Willkommen bei Nosferatu!

Nosferatu ist der Gruselklassiker schlechthin. Wie in der Zeit des Stummfilms üblich, wurde die Geschichte des Grafen Orlock bei jeder Vorführung von Musik begleitet. Weil aber der Produzent des Films vergessen hat, eine Urheberrechtslizenz für den Gebrauch des englischen Romans "Dracula" von Bram Stocker zu beantragen oder zu erwerben, klagte die Witwe des Dracula-Autors. Und sie gewann. Was zu Folge hatte, dass die Negative und alle Kopien des Films zerstört wurden. Alle? Nicht ganz. Denn einige sind erhalten geblieben. Die Originalmusik aber, die zum anfänglichen Erfolg des Filmes wesentlich beigetragen hatte, war jedoch nicht mehr dabei. Zum Glück gibt es aber zwei Quellen, die es Peter WesenAuer ermöglicht haben, die fehlenden Teile zu rekonstruieren.

Erleben Sie also gleichsam eine musikalische Uraufführung zur Geschichte des Immobilienmaklers Knock, der für den in den Karpaten lebenden Grafen Orlok ein Haus in seiner Stadt suchen muss. Er entscheidet sich für das schnelle Geld und will ihm das verfallene Haus genau gegenüber dem seinen verkaufen. Darum schickt er seinen Mitarbeiter Thomas Hutter zu Graf Orlok, um das Angebot zu unterbreiten. Schon kurz bevor Hutter das Schloss erreicht, bemerkt er, dass die Einwohner des Ortes sich fürchten. Der Graf ist ein düsterer Mann. Als er ein Foto von Hutters Frau Ellen sieht, ist er sofort angetan von deren Schönheit und unterschreibt den Vertrag für das alte Haus. Doch in dieser Nacht erkennt Hutter, was er getan hat: Er hat das Grauen einen Vertrag unterschreiben lassen und ihm damit zum Einzug in seine Stadt verholfen. Und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf ...

Hans Erdmann (1882 - 1942)

Dr. phil. Hans Erdmann Timotheus Guckel (Künstlername Erdmann) wurde vermutlich am 7. November 1882 in Breslau geboren. Er studierte dort Violine, Musiktheorie und Komposition. Bereits während seines Studiums war Guckel als Konzertmeister am Schauspielhaus Breslau und als Korrepetitor am Breslauer Stadttheater tätig (1907 - 1908). Der erste Weltkrieg unterbrach Erdmanns berufliche Laufbahn. Doch 1918/19 setzte er sie am Stadttheater Jena fort. 1921 wurde Hans Erdmann zum künstlerischen Leiter der gerade erst gegründeten "Prana Film" ernannt und schrieb die Musik für deren erste Produktion: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens. Die Regie besorgte Friedrich Wilhelm Murnau. Das Drehbuch stammte aus der Feder von Henrik Galeen, nach Bram Stokers Roman "Dracula" aus dem Jahr 1897.

Nachdem, u. a. auch wegen der Wirren der Inflationszeit, der "Prana Film" ein nur kurzes Leben beschieden war, arbeitete Erdmann an Potsdamer und Berliner Bühnen und schrieb ab 1924 als Musikreferent für das Berliner Reichsfilmblatt, bevor er 1926 die Redaktion der von Giuseppe Becce gegründeten Zeitschrift Film-Ton-Kunst übernahm. Zudem war Hans Erdmann Gründungsmitglied der "Gesellschaft der Filmmusik-Autoren Deutschlands e. V." (GEFIMA). 1933 wurden die GEFIMA aufgelöst. Seit diesem Zeitpunkt gibt es keine weiteren biografischen Daten über Hans Erdmann zu ermitteln. Er starb am 21. November 1942 in Berlin.

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Sa. 17.05.2008
18:00
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