Die Festival-Saison 2009
Noch mehr Kunststücke zwischen Bergen und See

Mit der 4. Auflage von 11. Juli bis 23. August 2009 hat sich das Salzkammergut Mozartfestival nun endgültig als kultureller Fixpunkt im sommerlichen Kalender des Salzkammergutes etabliert. Rund um Mozarts Zauberflöte erwarten den kulturinteressierten Gast und alle einheimischen Fans in Hallstatt und Bad Goisern exzellente Darbietungen verpackt in einem abwechslungsreichen Programm.

Was man an den Gestaden des Hallstättersees seit dem Festivalbeginn im Mozartjahr 2006 zu sehen und hören bekommt, darf getrost als erstklassig bezeichnet werden. Denn mit vergleichsweise geringen budgetären Mitteln gelingt es Jahr für Jahr, ein Programm auf die Bühne zu stellen, dessen künstlerisches Niveau den Vergleich mit vielen anderen Festivals nicht zu scheuen braucht. Die außergewöhnlichen Aufführungsorte in Hallstatt und Bad Goisern sowie der Enthusiasmus aller Künstler beeindrucken Kritik und Publikum jedes Jahr aufs Neue.

Traditionsgemäß steht auch heuer wieder eine große Mozartoper im Mittelpunkt des Veranstaltungsreigens. Die Entscheidung fiel dieses Jahr auf "Die Zauberflöte" in einer rein konzertanten Aufführung. Der Verzicht auf eine szenische Umsetzung ist gleichsam auch eine Vorbereitung auf die kommenden Jahre, in denen die Mozartoper selbstverständlich wieder szenisch geboten wird. Und zwar im Zweijahresrhythmus. So etwa darf man sich in den Jahren 2010 und 2011 auf Mozarts "Le nozze di Figaro" freuen. Natürlich wäre es auch heuer möglich gewesen, die Zauberflöte auf die Bühne zu bringen. Doch die hohen Qualitätsstandards, die man sich selbst im Bühnenbild und in der schauspielerischen Darbietung auferlegt hat, waren in diesem Jahr mit der ebenso wichtigen wirtschaftlichen Vernunft nicht in Einklang zu bringen.

Neben Mozart widmet sich das Salzkammergut Mozartfestival programmatisch heuer weiteren drei großen Meistern: Georg Friedrich Händel, dessen 250. Todestag und Josef Haydn, dessen 200. Todestag sich in diesem Jahr jährt, sowie Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy, der 2009 seinen 200. Geburtstag feiern würde. Den Beginn macht das Eröffnungskonzert im Schlosshof Neuwildenstein in Bad Goisern, wo neben Haydns Symphonie Nr. 60 in C-Dur auch Sergej Prokofjews "Peter und der Wolf" zur Aufführung kommt. Mit "Mozart, Mendelssohn and more" spaziert die Vienna Clarinet Connection zwei Wochen später in subtil gewobenen Arrangements entlang der Grenzen zwischen Kammermusik und Jazz. Einige Tage darauf zeichnen True Romance mit ihrem Konzertkabarett eine musikalisch-szenische Skizze einer Liebe. Weitere Programmfixpunkte, die durchwegs als Highlights zu bezeichnen sind: ein Kirchenkonzert mit Apostol Milenkov, "Beriga und Bürger" mit dem Salonorchester Bad Goisern und erstmalig eine Konzertmatinee als großer Abschluss des Festivals.

Wenn zuvor die Rede war von enthusiastischen Künstlern, so darf eine wichtige Bemerkung nicht vergessen werden. Im Laufe der noch relativ kurzen Geschichte des Salzkammergut Mozartfestivals hat sich so etwas wie ein fixes Ensemble entwickelt. Eine Schar von internationalen Künstlern, die sich hier die Freiheit nimmt, auf etwas anderen Pfaden zu wandeln. Auch das ist einer der Gründe, warum sich dieses Festival von anderen unterscheidet und sich schon eine kleine, dafür aber umso begeistertere Fangemeinde erarbeiten konnte. Sollten Sie noch nicht zu dieser Fangemeinde gehören, so sind Sie natürlich auch heuer wieder herzlich eingeladen mit dabei zu sein.

Fr. 30.07.2010
02:45
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