Konzertmatinee
"3 Epochen - 3 Komponisten - 3 Jubiläen"
| Sonntag, 23. August 2009 |
11.15 Uhr
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| Kultur- und Kongresshaus, Hallstatt |
Sinfonietta da Camera Salzburg (Orchester)
Peter WesenAuer (Dirigent) | Eva Schossleitner (Sopran)
Susanne Hehenberger (Solo Violine)
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PROGRAMM:
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G. F. Händel
aus "Il Trionfo del Tempo del Disinganno" (HWV 46a)
Sonata del overtura
Un pensiero nemico di pace
aus "Rinaldo" (HWV 7a)
Overtura
Furie terribili
F. J. Haydn
aus "Armida"
Sinfonia
Parti Rinaldo - Se piatade avete, oh Numi
F. Mendelssohn Bartholdy
Violin Concerto in d-moll (Op. Posthumus)
Allegro molto | Andante | Allegro
Sinfonia X
Adagio | Allegro | Più Presto |
Finale an einem Vormittag im August
Es darf durchaus als Zeichen für die Zukunft betrachtet werden, wenn der Schluss des diesjährigen Salzkammergut Mozartfestivals am Beginn eines Tages seinen wohlüberlegten Platz findet. Denn mit dem Festivalende beginnen auch schon die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Davor jedoch begeistert die Sinfonietta da Camera Salzburg zusammen mit Eva Schossleitner, Susanne Hehenberger und Peter WesenAuer das Publikum mit einem außergewöhnlich spektakulären Vormittagsprogramm.
G. F. Händel:
aus "Il Trionfo del Tempo del Disinganno"
Sonata del overtura | Un pensiero nemico di pace
Il Trionfo del Tempo del Disinganno ist ursprünglich als "La Bellezza rav veduta del Trionfo del Temo e del Disinganno" entstanden. Das Werk macht uns mit der Atmosphäre einer erlesenen kulturellen Unterhaltung im Rom der Kardinäle bekannt, dessen Bildinventar in den Dialogen und Arien des Oratoriums lebendig wird. Im ersten Teil betrachtet sich die allegorische Figur Bellezza voller Zweifel im Spiegel, wie lange sie sich ihrer Reize wohl noch erfreuen könne. Die Einflüsterungen von Piacere zerstreuen zunächst ihre Sorgen, doch Tempo und Disinganno treten zum Wettstreit an, um die Schönheit dem "wahren Vergnügen" eines enthaltsamen Lebens zuzuführen. Im zweiten Teil offenbart Tempo Bellezza das Reich der Wahrheit, worauf sie sich dem Gedanken an ihre Vergänglichkeit stellt.
G. F. Händel:
aus "Rinaldo"
Overtura | Furie terribili
Rinaldo ist die erste Oper, die Händel für London schrieb. Das Libretto entstand in zwei Schritten. Zunächst erstellte Aaron Hill eine englischsprachige Skizze, die sich Torquato Tassos Epos "La Gerusalemme liberata" als Grundlage bediente. Das Textbuch schrieb dann Giacomo Rossi auf Italienisch. Händel benutzte eine Reihe von Nummern aus früheren Werken, drunter Agrippina, Almira und La Resurrezione, und passte sie an den neuen Text an. Im Dezember 1710 und Jänner 1711 arbeitete er an der Komposition, die am 24. Februar 1711 im Queen's Theatre mit Nicolo Grimaldi in der Titelrolle erstmals aufgeführt wurde. Die Oper war ein ausgesprochener Erfolg und wurde 1711 insgesamt 15 Mal gespielt. Auch bei den Wiederaufnahmen in den Folgejahren war sie sehr erfolgreich.
F. J. Haydn:
aus Armida (Sinfonia).
Parti Rinaldo | Se piatade avete, oh Numi.
Die auf dem 1575 entstandenen Epos "La Gerusalemme liberata" von Torquato Tasso beruhende Geschichte um die Zauberin Armida, die durch ihre magischen Kräfte den Kreuzritter Rinaldo auf ihrer Insel gefangen hält, regte in zahlreichen Textversionen die Fantasie einer ganzen Schar von Tonsetzern an. Neben Haydn u. a. auch Jean-Baptiste Lully ("Armide", 1686) und Georg Friedrich Händel, ("Rinaldo", 1710/11). Armida ist ein italienisches Heldendrama rund um den heimtückischen Sarazenenkönig Idreno, der seinem Beschützer vor den Kreuzrittern neben Reichtümern auch die Hand seiner Nichte Armida verspricht. Diese versucht mit ihren Zauberkräften natürlich ihrem Geliebten Rinaldo bei dieser Aufgabe beizustehen. Doch welch ein Held wäre er, hätte er nicht noch manch andere Aufgaben zu erfüllen, von denen er durch die Intrigen anderer abgehalten werden soll.
F. Mendelssohn Bartholdy:
Violin Concerto in d-moll (Op. Posthumus)
Dieses Violinkonzert muss Mendelssohn besonders am Herzen gelegen haben. Es besitzt an vielen Stellen eine Ähnlichkeit mit dem berühmten, aus dem Jahr 1844 stammenden Konzert in e-Moll. Beide stehen in Moll, beide charakterisiert in gewissem Sinne eine ungestüme Stimmung. Ähnlich bei beiden auch die voll ausgeschriebene Kadenz im zweiten und dritten Satz sowie eine lange Solopassage von kurzen Noten im letzten Satz. Sie erinnert an die Passage im allegro molto vivace des Konzerts in e-Moll. Im späteren Werk gibt Mendelssohn die herkömmliche Einleitung des Orchesters im ersten und zweiten Satz auf. Darüber hinaus wechselt er im Finale in Dur. Das Konzert d-Moll ist voll von Erfindung und von keinen allzu strengen traditionellen Begriffen eingeengt. Vielmehr zeigt es eine bemerkenswerte Freiheit und Elastizität in der Form. So etwa findet man eine Verdichtung und Erweiterung der Exposition durch Modulationen Schubertschen Charakters in der Reprise des ersten Satzes. Ebenso zeigt auch der dritte Satz eine völlig ungezwungene Behandlung des Materials, während der zweite Satz von edlem Gesang getragen wird.
F. Mendelssohn Bartholdy:
Sinfonia X | Adagio - Andante - Allegro
Die in der Woche vor Pfingsten 1823 entstandene Sinfonia X in h-Moll ist fragmentarisch. Sie besteht aus einer ausgedehnten langsamen Einleitung und dem nachfolgenden Sinfoniekopfsatz. Alle weiteren Sätze fehlen. Das Hauptthema des Kopfsatzes entwickelt seine motivische und harmonische Energie aus einem Wechselnotenintervall. Der Umgang mit dem harmonischen Material gemahnt fast ein wenig an den mittleren Schubert, dessen Werke der junge Mendelssohn damals noch nicht kannte. Die Satzstruktur ist flächig angelegt und verzichtet weitgehend auf kontrapunktische Elemente. Die knappe Durchführung breitet eher den harmonischen Reichtum aus, den die Intervallstruktur der Themen bereithält. Insofern kann dieser sehr konzise und zudem hochvirtuose Satz als der modernste der 12 Streichersinfonien Mendelssohns gelten.
Susanne Hehenberger
studierte am Mozarteum in Salzburg bei Prof. H. Kienzl, Prof. Irmgard Gahl und bei Benjamin Schmid. Sie besuchte Meisterkurse bei Lynn Blakeslee (USA), Ljerko Spiller (Argentinien), Jürgen Geise (Salzburg) und dem Bartok-Quartett (Budapest). Die Salzburger Geigerin engagiert sich neben ihrer Aufgabe als Konzertmeisterin der Sinfonietta da Camera Salzburg als Geigerin im Trio Tableaux und Stimmführerin in diversen Ensembles und für die Ausbildung von jungen Talenten. Eine rege kammermusikalische Tätigkeit im In- und Ausland führte sie auf drei Kontinente, wo sie wertvolle Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Heinrich Schiff, Ernst Kovacic, Thomas Zehetmaier und Justus Franz sammelte.
Eva Schossleitner
gebürtige Innviertlerin, absolvierte ihr Gesangstudium am Mozarteum Salzburg bei Univ.-Prof. M. Schartner und erhielt Anregungen in den Bereichen Lied und Oratorium bei Prof. B. Zakotnik. Sie besuchte zahlreiche Meisterkurse bei namhaften Künstlern, wie z. B. H. Lazarska, B. Bonney, M. Honig, W. McIver und R. McIver, P. Bernè, G. Kahry, A. Kirchschlager und R. Vignoles. Derzeit setzt sie ihre Studien mit dem Schwerpunkt Oper bei H. Lazarska in Wien fort. Sie absolvierte zahlreiche Auftritte bei Konzerten, Kirchenkonzerten, Liederabenden sowie Opern- und Operettenproduktionen. Einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit bildet die Beschäftigung mit Barockmusik. In diesem Bereich konzertierte sie unter anderem mit der "Salzburger Hofmusik" und dem Ensemble "Pastabarocca".