Veranstaltungsdetails
Eröffnungskonzert
W. A. Mozart, W. Pirchner, D. Schostakowitsch
Bass: Apostol Milenkov | Orchester: Sinfonietta da Camera Salzburg

Samstag, 10. Juli 2010 20.00 Uhr
Evangelische Kirche, Bad Goisern

Dirigent: Peter WesenAuer
Festredner: Felix Mitterer
PROGRAMM:
W. A. Mozart: Symphonie Nr. 30 in D-Dur, KV 202
- Molto Allegro
- Andantino
- Menuetto
- Presto

W. Pirchner: Kammer-Symphonie - Soiree Tyrolienne, PWV 16
Maestoso - Glorioso - Pastorale - Martiale
Prima Vista - Pazifista
Young and Old Children
Eins, zwei, drei - die Kunst ist frei!

D. Schostakowitsch: Suite nach Gedichten von Michelangelo, op. 145
- Wahrheit
- Morgen
- Liebe
- Trennung
- Zorn
- Dante
- An den Verbannten
- Schaffen
- Nacht
- Tod
- Unsterblichkeit

Großes Präludium in sakralem Ambiente
Den Auftakt mit seinem Taktstock zum fünften Salzkammergut Mozartfestival macht Dirigent Peter WesenAuer in der evangelischen Kirche in Bad Goisern. Davor jedoch greift der österreichische Schriftsteller Felix Mitterer zum Mikrofon, um mit einer Festrede die diesjährige Ausgabe des Festivals mit kunstvollen Worten zu eröffnen. Im Anschluss stehen Werke jener drei Künstler auf dem Programm, die in diesem Jahr den Festivalschwerpunkt bilden. Die Sinfonietta da Camera Salzburg spielt Werke von Mozart und Pirchner. Schostakowitsch' Orchesterfassung der „Suite nach Gedichten von Michelangelo“ ist sogar eine österreichische Erstaufführung. Mit dabei, die für bisherige Festivalbesucher schon bekannte Bassstimme von Apostol Milenkov.

W. A. Mozarts Symphonie Nr. 30 in D-Dur, KV 202
Mit diesem Werk hat Mozart sein sehr produktives sinfonisches Schaffen der Jahre 1773/74 abgeschlossen, in das die Erfahrungen der italienischen Reise und seine künstlerische Entwicklung gleichsam verschmolzen sind. Was auffällt ist die Aneinanderreihung zahlreicher Themen ohne inneren Zusammenhang. Die Einfälle sind kurz, aber graziös. So sind etwa die drei Themen des ersten Satzes beliebig austauschbar. Bemerkenswert auch die Tatsache, dass Thema Nummer zwei in seinem reinen Streichervortrag plus Sologesang der ersten Violine durch seine Rhythmus stark an die haydnische Kompositionstechnik erinnert. Das 75-taktige Andantino con moto, ebenfalls nur von Streichern vorgetragen, spielt mit zwei Themen. Das erste wird kanonisch vorgestellt, das zweite kontrapunktisch behandelt. Die Idee mit der 8-taktigen Durchführung ist neu und - typisch für dieses Werk - ohne enge Ausarbeitung oder Spiel mit dem thematischen Material.

W. Pirchners Kammer-Symphonie - Soiree Tyrolienne
Lassen wir den Künstler selbst zu seinem Werk sprechen: „In meiner Jugend orientierte ich mich an der jeweils leinwandsten Jazzmusik ... Töne für ein ‚klassisches‘ Konzert aufzuschreiben hätte ich in jener Zeit aber aus Respekt vor den großen Meistern (Bach, Schönberg, Mozart, Schubert etc.) nie gewagt. 1980 komponierte ich die Soiree Tyrolienne als Bühnenmusik zu einem Theaterstück des Dichters und Bühnenkünstlers Otto Grünmandl. Formal damals noch im silbernen Schnitt. Der Auftraggeber, die Sparkasse der Stadt Innsbruck, lehnte jedoch das Werk als Nestbesudelung ab und bezahlte weder die Komposition noch die Musiker und die Notenkopistin ... Nach einer Einladung des Dirigenten Peter Keuschnig holte ich 1984 diese Musik aus dem Heizraum und instrumentierte sie neu für das Ensemble ‚Kontrapunkte‘. 1987 erhielt ich dafür u. a. den Deutschen Schallplattenpreis.“

D. Schostakowitsch:
Suite nach Gedichten von Michelangelo, op. 145

Dieses Werk für Bass Solo und Klavier schrieb Schostakowitsch im Herbst 1974 anlässlich des 500. Geburtstages von Michelangelo nach selber ausgesuchten Versen. Kurz vor seinem Tod hat er das Werk für Orchester bearbeitet und wurde zwei Monate nach seinem Dahinscheiden uraufgeführt. Sein op. 145 bezeichnete der Künstler schwärmerisch als seine 16. Sinfonie. Mit dieser Bearbeitung setzte Schostakowitsch eine bestimmte Linie seines Schaffens fort, nämlich die nachträgliche Orchestrierung großer Vokalsuiten. Die Orchesterfassung des Werkes wird in Österreich zum ersten Mal aufgeführt.

Apostol Milenkov wurde am 27. Mai 1972 in Sofia, Bulgarien, geboren. Er absolvierte seine musikalische Ausbildung an der staatlichen Musikakademie und war in der Operngesangsklasse von Prof. Ressa Koleva. Darüber hinaus ist er Preisträger des Liedwettbewerbs „L. Pipkov“. Ab Ende 2003 lebt und arbeitet Milenkov in Wien, wo er an verschiedenen Opernproduktionen und Konzerten teilnimmt. Seit der Saison 2004/05 ist er Mitglied des Ensembles des L.E.O.-Theaters in Wien. Dort singt er Partien wie Mozarts Don Giovanni, den Sarastro aus der Zauberflöte oder den Raimondo (Lucia) und Puccinis Colline in La Bohème. Apostol Milenkov ist zudem Stammgast beim Salzkammergut Mozartfestival, im Kinderzelt der Wiener Staatsoper, bei den Mödlinger Symphonikern, in der Opernwerkstatt Wien und bei der Sofioter Philharmonie. Eine weitere Leidenschaft gilt der Kammermusik, wo er zahlreiche erfolgreiche Projekte realisiert hat.

Felix Mitterer wurde als Sohn der verwitweten Landarbeiterin Adelheid Marksteiner und eines rumänischen Flüchtlings geboren und direkt nach der Geburt von einem mit der Mutter befreundeten Landarbeiterehepaar adoptiert. Nach der Schule besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck und arbeitete ab 1966 beim Innsbrucker Zollamt. 1970 wurden seine ersten Beiträge im Österreichischen Rundfunk gesendet. Im Jahr 1977 machte er sich als freier Autor selbstständig. Neben seiner literarischen Tätigkeit tritt er auch immer wieder als Schauspieler auf. Zum Beispiel in seinem ersten Theaterstück „Kein Platz für Idioten“. Felix Mitterer arbeitet und lebt seit 1995 in Castleyons (Irland). Er schreibt Dramen, Kinderbücher, Hörspiele und Prosa. Sein wohl bekanntestes Werk ist die Piefke-Saga. Für sein Schaffen erhielt Felix Mitterer viele Auszeichnungen. Unter anderen den Adolf-Grimme- und den Peter-Rosegger-Preis, den ORF-Hörspielpreis sowie den Fernsehpreis Romy für die Tatortfolge „Baum der Erlösung“.

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Di. 07.02.2012
11:27
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