Veranstaltungsdetails
Kammermusikkonzert
Trio Tableaux
Werke von Beethoven, Schostakowitsch u. a.

Samstag, 31. Juli 2010 20.00 Uhr
Kultur- und Kongresshaus, Hallstatt

PROGRAMM:
Dmitri Schostakowitsch:
(1906 - 1975)
Trio Nr. 2, e-Moll, op. 67
Iwan I. Sollertinski gewidmet
- Andante
- Allegro con brio
- Largo
- Allegretto

Peter WesenAuer:
(* 1966)
"Das Camel-Kamel ist tatsächlich ein Dromedar!"
oder
"Aus einer Boeing 747 lassen sich 6 Millionen Bierdosen machen!"
WWV 173

L. v. Beethoven:
(1770 - 1827)
Trio Es-Dur, op. 1 Nr.1
Dem Fürsten Karl von Lichnowsky gewidmet
- Allegro
- Adagio cantabile
- Scherzo (Allegro assai)


Kammermusikkonzert Trio Tableaux
Kammermusik stand ursprünglich für Musik, die im Gegensatz zur Kirchenmusik für die fürstliche „Kammer“, also den weltlichrepräsentativen Gebrauch bestimmt war. Erst während der Barockzeit entstand die Eingrenzung des Begriffs auf reine, klein besetzte Instrumentalmusik. Ab der Klassik findet sich aber auch eine klare Abgrenzung gegenüber der aufkeimenden Konzertmusik. Das Trio Tableaux nimmt sich dieser Musik auf seine ganz spezielle Weise an.

D. Schostakowitsch: Trio Nr. 2, e-Moll, op. 67
Am 5. Februar 1944 war in Novosibirsk Schostakowitschs 8. Symphonie aufgeführt worden. Sein Freund Iwan Sollertinskij hatte die einführenden Worte gesprochen. Kurz darauf starb der 41-jährige Sollertinskij völlig unerwartet. Was er für den Komponisten bedeutet hatte, bringt dieses Stück zum Ausdruck.

Von den ersten Takten des Werkes an ist klar, dass es an unnennbare Dinge rührt. Schostakowitsch hat das mit einem ebenso einfachen wie genialen Mittel verdeutlicht. Im ersten Teil der Eröffnungsepisode (Andante) erscheinen die Instrumente gleichsam ihrer Stimme beraubt. Nur zögernd und in kleinen Schritten löst sich diese Starre. Die Geige gewinnt an Farbe, das Klavier breitet sich in Akkordflächen aus. Der zweite Satz (Allegro con brio, Fis-Dur) gab zu den unterschiedlichsten Deutungen Anlass. Während die hier ausbrechende übermütige Barbarei viele Zuhörer an eine bitterböse Karikatur denken lässt, weckte das Stück bei Sollertinskijs Schwester Jekaterina ganz andere Erinnerungen: „Dieser Satz ist ein verblüffend genaues Porträt Iwans. Das ist sein Übermut, seine Polemik, sein Tonfall, ... Wenn ich diesen Satz des Trios höre, steht mein Bruder leibhaftig vor mir ...“. Das Largo ist eine Passacaglia, über deren archaisch akkordischem Thema sich in fünf Wiederholungen ein weiträumiger Klagegesang der Streichinstrumente mit unverkennbar chassidischem Tonfall entspinnt. Die verinnerlichte Spannung dieser Totenklage ist so stark, dass die präsumptive „Dominante“, an der das Passacaglienthema immer wieder strandet, noch 16 Takte weit in das anschließende Allegretto (E-Dur) hineinreicht, bis das Violoncello sich endlich in die Tonika befreit. Doch hier von Befreiung zu sprechen, ist gewagt. Warum, hören Sie am besten selbst.

Das Camel-Kamel ist tatsächlich ein Dromedar ...
... oder aus einer Boeing 747 lassen sich 6 Millionen Bierdosen machen!
Zugegeben, ob das Kamel nun ein Dromedar ist oder nicht, macht letztlich wenig Unterschied. Schon gar nicht für dieses Klaviertrio. Zumindest ist es aber nicht gelogen und um vieles weniger sinnlos als so manche Wahlkampfaussage wie zum Beispiel folgende: „Wenn ihr mich wählt, verspreche ich euch weniger Steuern.“

Ludwig van Beethoven: Trio Es-Dur, op. 1 Nr. 1, für Klavier, Violine und Violoncello
Beethovens erstes veröffentlichtes Opus 1, das er zuvor in einer privaten Aufführung bei seinem damaligen Gönner, Fürst Lichnowsky, getestet hatte, umfasst bereits drei Meisterwerke in der damals modernen Gattung des Klaviertrios! Der junge Beethoven, der seit 1792 in Wien residierte, war Schüler von Joseph Haydn, Johann Schenk (Kontrapunkt), Georg Albrechtsberger (Fuge) und Antonio Salieri (italienische Gesangskomposition). Er lässt in diesen Werken neben der kompositionstechnischen Beherrschung des musikalischen Materials eine Plastizität und Originalität der Gedanken erkennen, die sowohl den Geschmack der Zeit trafen als ihn auch irritierten. Mit op. 1 hat Beethoven bereits in reifer Aneignung der traditionellen Mittel zu weiterführenden individuellen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten gefunden, die neue Entwicklungen förderten und legitimierten.

Trio Tableaux
Das Ensemble, benannt nach den Etudes-Tableaux von S. Rachmaninoff, sind drei Musiker, die alle am Mozarteum in Salzburg studiert haben. Susanne Hehenberger, Violine, studierte bei H. Kienzel, I. Gahl, L. Hagen und B. Schmid. Sie ist kammermusikalisch im In- und Ausland tätig und Konzertmeisterin der Sinfonietta da Camera Salzburg. Monika Gaggia, Violoncello, studierte bei W. Tachezi und R. Aldulescu, Paris. Sie wirkte bei Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie bei diversen CD-Einspielungen mit. Kristian Aleksic, Klavier, studierte bei A. Kontarsky und K.-H. Mrongovius und trat mit verschiedenen Dirigenten auf. Z. B. Christian Simonis, Klaus-Dieter Demmler u. a. Seit 2007 ist er ständiger Leiter des philharmonischen Salonorchesters Bad Reichenhall. 2008 spielte das Trio Tableaux mit der Bad Reichenhaller Philharmonie unter dem Gastdirigenten Peter WesenAuer Beethovens Tripelkonzert C-Dur. Neben den gängigen Klaviertrios spielt es auch Literatur, die seltener aufgeführt wird.

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Di. 07.02.2012
11:17
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