Kunst ist immer aktuell
Das Salzkammergut Mozartfestival befindet sich in seiner sechsten Saison. Schon allein diese Tatsache ist ein Aspekt, der eine nähere Betrachtung verdient. Denn das Blühen der Kunst zwischen Bergen und See nur als Glücksfall zu qualifizieren, wäre zu kurz gegriffen. Vielmehr verdanken wir diese sechs Jahre dem Enthusiasmus vieler Idealisten. Mein Dank gilt den vielen renommierten Künstlern, die am kreativen Treiben an den Ufern des Hallstättersees so viel Gefallen gefunden haben. Aber auch den Bürgermeistern von Bad Goisern und Hallstatt Peter Ellmer und Alexander Scheutz, die seit Jahren hinter unserem Festival stehen. Und natürlich den Sponsoren, ohne deren Hilfe kein einziger Ton jemals erklungen wäre. Allen voran natürlich das Land Oberösterreich in Person von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer. Das ganze Team unseres Festivals weiß seine Großzügigkeit und sein großes Kunstverständnis zu schätzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit in Zeiten knapper Budgets und in einer allgemeinen Stimmung gefühlter sowie tatsächlicher Verunsicherung.
Das Stichwort „Verunsicherung“ bringt mich unwillkürlich zu den dramatischen Ereignissen, die sich auf unserem Erdball in den ersten Monaten dieses Jahres zugetragen haben. Und zur Frage, welche Aufgabe die Kunst in diesem Umfeld zu erfüllen hat. Soll sie uns vom Leben ablenken? Soll sie ihr reflektierendes Potenzial nutzen, um uns das Verstehen leichter zu machen? Soll sie Hoffnung spenden, provozieren, wachrütteln? Nun, das Programm des Salzkammergut Mozartfestivals wurde vor vielen Monaten erstellt und damit natürlich nicht im Licht jener globalen Geschehnisse, die uns heute beschäftigen. Aber vielleicht ist gerade diese Konstanz ein Anker, an dem viele Menschen gerne ihre kulturellen Bedürfnisse festmachen. Kunst bietet ja auch immer viel Raum für Interpretation. Und sie wurde von den Künstlern schon immer im Kontext ihrer jeweiligen Lebenszeit geschaffen. Warum dennoch viele Werke aktueller denn je sind, mag daran liegen, dass sich vieles in der Geschichte wiederholt.
Ein geschichtliches Datum, das sich heuer zum 100. Mal wiederholt, ist zweifellos der Todestag von Gustav Mahler. Auch er setzte sich in seinen Werken mit dem Erlebten auseinander. „Sinn des Daseins“, „Erlösung“, „Liebe“ waren Fragen, die er in seiner so großartigen Musik auf seine Weise beantwortete. Wir begegnen seinen Werken sowohl im Eröffnungskonzert wie auch im Rahmen der Konzertmatinee zum Festivalende. Dazwischen liegt eine Handvoll sehens- und hörenswerter Veranstaltung wie ein Kammermusikkonzert, eine Begegnung von Blechbläsern mit dem Alphorn sowie ein Open-Air-Konzert. Traditioneller Höhepunkt ist natürlich wieder die Mozartoper. Die Wiederaufnahme von „Le nozze di Figaro“ unter der Regie von Wolfgang Schilly wird eine würdige Referenz an den Meister sein.
Und so darf ich Ihnen am Ende eines wünschen: gute Unterhaltung!
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Peter Scheutz
Intendant des Salzkammergut Mozartfestivals
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